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Am
Anfang steht oft ein Stein
Von einer belebten Einkaufsstraße in der Stuttgarter Innenstadt
gelangt man in eine fast menschenleere Nebenstraße, dann durch
ein enges Treppenhaus in den vierten Stock eines Wohnhauses. Das
Ziel ist erreicht: die Tür zur Werkstatt von Goldschmied Reiner
Fein.
Im Innern erwarten den Besucher eine große Auswahl an Schmuckstücke
und ausgesuchten Edelsteinen die in Vitrinen liegen. Hier erhält
er Anregungen für die Gestaltungsmöglichkeiten seiner
späteren Schmuckstücke. Jetzt beginnt für Rainer
Fein die Arbeit mit dem Kunden. Häufig wird zunächst einmal
gemeinsam ein Stein in der gewünschten Farbe und Form ausgesucht.
Dieser ist der Ausgangspunkt für die Gestaltung des gewünschten
Schmuckstücks. Grundformen müssen zunächst einmal
festgelegt werden.
Um die Gestaltungsideen anschaulicher zu machen, hält Fein
die Vorschläge zeichnerisch fest. "Der Kunde sieht, wie
sein Stück Schmuck langsam wächst und Gestalt annimmt",
berichtet der Goldschmiedmeister. Wenn die Entscheidung für
einen Entwurf gefallen ist, beginnt für Fein die handwerkliche
Leistung. Hier setzt der Goldschmied auf alte traditionelle Techniken,
Diese hat er in den 25 Jahren seiner Selbstständigkeit in Stuttgart
auch insgesamt 15 Lehrlingen vermittelt. "Denn das handwerkliche
Können bildet die Basis für die weitere Arbeit",
erklärt Fein.
Die Arbeiten von Reiner Fein an einem bestimmten Stil oder einigen
Merkmalen festmachen zu wollen, ist nicht möglich. Das liegt
daran, dass sich der Goldschmied bei dem von ihm gefertigten Schmuck
nach dem Geschmack und den Wünschen des jeweiligen Kunden richtet.
Eine besonders spannende und aufwändige, allerdings unverkäufliche
Arbeit fertigte Fein für seine Meisterprüfung an. Dabei
handelt es sich um einen rund zehn Zentimeter breiten Armreif aus
Gelbgold. Dieser ist an der Oberseite mit einer Vielzahl unterschiedlich
großer Perlen besetzt. Diese Perlen bilden zwei einander mit
der Spitze zugewandte Dreiecke. Das kleinere, der Hand der Trägerin
zugewandte Dreieck ist mit grauschwarzen Perlen besetzt. Das größere
besteht aus vielen kleinen und großen weißen Perlen.
Sie sind auf der Innenseite des Armreifs mit feinen Goldästen
befestigt. In diesem Stück steckt genauso wie in allen anderen
Arbeiten von Rainer Feine "ein Stück von mir selbst drin".
Zeitungsartikel aus der Stuttgarter Zeitung
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